Zweifelhafte Freunde
Darf man den Freundschaften der eigenen Kinder Einhalt gebieten?
Nicht sämtliche der Freunde unserer Kinder treffen unsere Erwartungen. Aber was tun daran: Ist es erlaubt, den Umgang gar zu untersagen?
Die Begrüßung der Elterncolumne: Anja ist Mutter von zwei Söhnen und wurde dieser Frage bereits mehrmals ausgesetzt. Denn auch ihre Kinder – mittlerweile jungeTeenager – haben indessen eigene Freundschaften gebildet, wobei manche der Mutter hin und wieder auf die Nerven gehen. Ein Grund dafür ist zum Beispiel, dass diese Jugendlichen lieber stundenlang fernsehen und Videospiele spielen, was Anja als angemessenes Freizeitausleben ihrer Kinder nicht anerkennt.
Heute kann man problemlos diskutieren, welche Menge an Mediennutzung für ein bestimmtes Alter angemessenerweise sein sollte. Aber was passiert im Falle von ernsthaften negativen Auswirkungen – zum Beispiel, wenn ein Kind einen älteren Schulkameraden bewundert, der stiehlt oder Gewalt anwendet? Sollen die Eltern dann eingreifen und jeglichen Umgang untersagen? Anja folgt hier einer klaren Grundregel: Das Auswahlrecht ihrer Freunde obliegt den Kindern selbst. Dennoch betrachtet sie es als Pflicht der Erzieher, ihren Sprösslingen dabei beizustehen, Grenzfestlegungen vorzunehmen und Werte weiterzugeben.
Ich halte es für entscheidend, meine Kinder darüber aufzuklären, welche Grenzen sie bei Besuchen bei Freundinnen und Freunden einzuhalten haben. Die Jungen werden ihr eigenes 'Wertesystem' sowieso mit der Zeit erarbeiten und sich dieses zu Eigen machen – da können sie nur von mir lernen. Daher ist es mir sehr wichtig, den Kindern vor Augen zu führen, dass ich kein Urteil über die persönlichen Freundschaften ihrer Söhne fälle, sondern ausschließlich das beurteile, wie diese sich verhalten.
Anja
Diese Methode macht eine wesentliche Trennung: Das Ziel ist es, das Individuum nicht abzulehnen, sondern vielmehr Problemverhaltensweisen anzusprechen. Bei der Interaktion mit den Nachwuchsgenerationen verwendet sie dabei einen speziellen Ausdrucksstil.
Annas Rat: Auf diese Weise unterstützen Sie Ihr Kind bei schwierigen Freundschaftsbeziehungen.
Sie zählen mit: Wie denken Sie über diese Haltung? Unterhalten Sie sich mit anderen Eltern und Großeltern in der Hallo:Eltern-Gemeinschaft.